Heimalltag

© Rainer Sturm / pixelio.de

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„Wir“ geht vor „Ich“ – Heimerziehung
Die Horrormeldungen über körperlichen, seelischen und sexuellen Missbrauch in meist erzkonservativen Kinderheimen sind in der heutigen Zeit zum Glück Geschichte. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass das Leben in Betreuungseinrichtungen für Kinder heutzutage ein Zuckerschlecken ist. Der Alltag im Kinderheim ist sozial-pädagogisch geprägt. In kleinen Gruppen verteilt, werden Kinder von ihren Erziehern zu einem gemeinschaftlichen Miteinander erzogen. Das „Wir“ steht klar im Mittelpunkt. In dieser Hinsicht mag die Heimerziehung manche häusliche Erziehung bei weitem übertreffen. Was allerdings überhaupt nicht gefördert wird, ist das „Ich“. Individualität steht bei der Kleingruppenerziehung zwangsläufig hinten an. Das lässt sich auch nicht bewerkstelligen. So ist es nicht verwunderlich, dass nicht nur bei der Aufgabenverteilung, sondern auch bei den Spielen auf gemeinschaftlichen Nutzen geachtet wird. Gespielt wird, was alle gemeinsam mitmachen können.

Individualität bleibt unterentwickelt
Für individuelle Trendspiele wie mit der Playstation 3, die individuelle Geschicklichkeiten fördern, bleibt weder genügend pädagogischer Raum, noch stehen ausreichend öffentliche Gelder zur Verfügung. Es ist nicht vorgesehen, dass Heiminsassen sich alleine zurückziehen und mit etwas spielen, von dem nur sie kurzweiliges Vergnügen haben. Sollten Heiminsassen von ihren Familien oder von Dritten eine Playstation 3 Konsole geschenkt bekommen, so wird darauf Wert gelegt, dass alle in der Gruppe damit spielen können, ansonsten wird sie konfisziert. Auch wenn soziale Kompetenzen klar gefördert werden, bleibt die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit hinter familiärer Erziehung zurück.